The Wandering Earth ★★★

In chinesischen Blockbustern werden Computereffekte nicht einfach nur benutzt, sie werden zelebriert. Und dabei scheint es ihnen nicht viel auszumachen, wenn durch das übertriebene Ausmaß der (durchaus gelungenen) Effekte der komplette Film wie eine Videospiel-Zwischensequenz wirkt und nicht mehr in der Realität verwurzelt zu sein scheint. Bam, hier zählt der Spaß! Und dass die Regierung zufrieden ist natürlich.

An der Dauer-Action von THE WANDERING EARTH hätte Roland Emmerich bestimmt seine Freude, wenn er es verkraften könnte, dass die U.S.A. bei der Rettung der Welt diesmal geflissentlich ignoriert werden. China übernimmt die Führung, feiert mit diesem Film allerdings gleichzeitig den Zusammenhalt mit dem Rest der Welt. Namentlich erwähnt werden dabei halt lieber Australien oder Frankreich als die Amerikaner. Letztenendes zieht allerdings die gesamte Menschheit an einem Strang. Naja... die Hälfte zumindest, die nicht bereits in den ersten Minuten offscreen das Zeitliche segnet. Die Handlung setzt nämlich nach dem ein, was Katastrophenfilme üblicherweise zeigen würden: Die Sonne droht, die Erde zu verschlucken, weswegen sie mit gigantischen Raketen in ein sicheres Sonnensystem befördert werden soll. Das Stoppen der Erdrotation führt zu Naturkatastrophen und dem Aussterben der halben Menschheit, was wir aber wie gesagt nicht zu sehen bekommen. Der Film beschäftigt sich viel mehr mit der Vorbeifahrt am Jupiter, dessen Anziehungskraft der Erde gefährlich wird. Neben einer vereisten, lebensfeindlichen Erdoberfläche bekommen wir deshalb Szenen in und um eine Raumstation geboten. Ein feines Rundum-Programm.

Wer übertriebene Katastrophenfilme mag, kann sich hier wirklich nicht beklagen. Ohne Verschnaufpause bekommt man Explosionen, gigantische Maschinen und Riesen-LKW-Fahrten um die Ohren gehauen. Das wird teilweise etwas ermüdend, aber was erwartet man sonst auch von einem solchen Film? Dafür wirken Charaktere und Handlung ziemlich hohl. Man sollte auf keinen Fall anfangen, irgendetwas mit Logik hinterfragen zu wollen. Und den Pathos hätte Emmerich auch nicht übertriebener hinbekommen, der ist teilweise schon sehr grenzwertig.

Ein dummer Film, der sich munter bei den Klassikern des Genres bedient und wenig um Realismus schert. Aber er hat ordentlich Wumms und macht an manchen Stellen sogar Dinge besser als seine Hollywood-Vorbilder. Gute 3 Sterne dafür - es muss nicht immer Emmerich sein.