Train to Busan ★★★★

Es klingt so simpel, ist aber eine sehr effektive Mischung: Ein Zug und Massen an Zombies. Das reicht. Trotz seiner Laufzeit von fast 2 Stunden legt "Train to Busan" ein erstaunliches Tempo vor, ohne sich zu lange mit der Vorgeschichte aufzuhalten. Wir folgen einem Vater und seiner kleinen Tochter in den Zug nach Busan, der just in dem Moment abfährt, als der Bahnhof von Zombies überrannt wird. Und als sie sich auch in den Abteilen auszubreiten beginnen, geht es richtig rund.

Der Zug als Schauplatz wird perfekt ausgenutzt, ohne dass es langweilig wird. Und das Ganze wirkt bei weitem nicht nur wie ein Kammerspiel, sondern hier wird ordentlich Action geboten. Die Zombies werden als schnelle, aber dumme Horde dargestellt, deren Gefährlichkeit neben ihren Zähnen ihre schiere Masse ausmacht. Manche Szenen haben mich dabei an "World War Z" erinnert, von dem man halten kann was man möchte, aber die übereinandertrampelten Zombiehorden fand ich damals sehr beeindruckend. Ihr selbstzerstörerisches Verhalten lässt sie auch in "Train to Busan" noch unmenschlicher wirken.

Was den Gewaltgrad angeht, hält sich der Film mit Splatter und Gore ein wenig zurück. Aber das stört nicht, weil die Angriffe trotzdem bedrohlich wirken. Ein bisschen zu dick aufgetragen fand ich nur einige kitschige Szenen gegen Ende, und die Schwarz-Weiß Zeichnung von Gut und Böse. Aber wir reden hier immer noch von einem Zombiefilm... da ist die Konkurrenz auch nicht unbedingt für ihre Tiefgründigkeit berühmt. Hauptsache, es macht Laune.

"Train to Busan" ist insgesamt ein temporeicher, professionell gefilmter Zombiestreifen mit so viel Zombieaction, dass er garantiert unterhält. Zu Recht war er in Südkorea ein großer Kassenerfolg und hat auch in Frankfurt für einen vollen Saal gesorgt. Genau das richtige als Festival-Abschluss!

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