Veronica ★★★

VERONICA lief letztes Jahr auf dem Fantasy Filmfest, und nach den ersten Meinungen von Festivalbesuchern habe ich ihn als "wahrscheinlich ganz nett, aber nichts besonderes" abgetan und andere Filme vorgezogen. Wenige Monate danach landete er bei Netflix und pünktlich dazu wurde auf einmal im ganzen Netz davon berichtet, dass es der gruseligste Film EVER sein sollte. Mich überraschte das ziemlich, denn niemand hatte ihn nach seiner Kinopremiere in so hohen Tönen gelobt. Vielleicht tat VERONICA die Netflix-Marketingkampagne nicht gut, denn die hoch gesteckten Erwartungen dürfte er nur bei den wenigsten erfüllen.

Mit einer missglückten Ouija Beschwörung macht VERONICA gleich zu Beginn klar, dass es ihm nicht darum geht, das Horror-Genre neu zu erfinden. Aber die Atmosphäre stimmt die meiste Zeit. Angst kam bei mir nur selten auf, aber ich habe die ein bisschen altmodisch wirkende Gruselgeschichte trotzdem genossen. Zumindest solange der kleine Junge die Klappe gehalten hat, dem eine furchtbar unpassende deutsche Synchronstimme verpasst wurde. Überhaupt sorgte er für die meisten Augenroll-Momente bei mir... macht noch ins Bett, aber kann schon komplexe Symbole abmalen? Auch der Einsatz des In-die-Fresse-Stilmittels, bedeutsame Dialogfetzen aus der Vergangenheit wie ein Echo zu wiederholen, um dem Zuschauer klar zu machen, dass sie jetzt wichtig werden, hat mich etwas genervt.

Insgesamt bietet VERONICA routinierte und teilweise sehr schön gefilmte Ouija/Dämonen Kost ohne große Überraschungen, aber an Paco Plazas [REC] und die Versprechungen diverser News-Seiten reicht er nicht heran.