Willy's Wonderland

Willy's Wonderland ★★★½

Filme mit Hollywood-Stars, die durch ihre Trailer hemmungslosen Trash-Spaß versprechen, laufen nicht erst seit SNAKES ON A PLANE Gefahr, die hohen Erwartungen des Internet-Hypes zu enttäuschen. Die feine Grenze zwischen Fremdscham und Unterhaltung zu treffen, ist gar nicht so einfach. Vor allem dann nicht, wenn man sich zu sehr bemüht.

Glücklicherweise trifft das aber auf WILLY'S WONDERLAND nicht zu. Diese plüschige Merkwürdigkeit scheint sehr genau zu wissen, was sie will, und welche Knöpfe sie dafür drücken muss. Es ist doch ganz einfach: Nicolas Cage als ebenso geheimnisvoller wie wortkarger Held prügelt sich mit blutrünstigen Animatronics. Der Rest sind B-Horror-Standard-Zutaten wie die unvorsichtigen Jugendlichen, die nicht lange im Gedächtnis bleiben. Hierbei handelt es sich nun mal um eine Ein-Mann-Show, und Cage liefert ab, was ich mir erhofft hatte. Er geht voll in seiner seltsamen Rolle an, die eher an einen Videospiel-Protagonisten erinnert, als an die üblichen Filmhelden. Und das macht durchgängig Laune!

Man kann WILLY'S WONDERLAND seine Schlichtheit vorhalten. Er wiederholt Szenen mit immer wieder ähnlichem Aufbau, aber das gehört auch zum Humor. Über seine 88 Minuten geht das klar, und ich habe eine tiefergehende Geschichte oder mehr Abwechslung nicht vermisst. Dafür habe ich mein Gehrin nicht bemühen müssen und viel gelacht.

Und für einen tatsächlich lizenzierten "Five Nights at Freddy's" muss diese alternative Version des Stoffes nicht einmal direkte Konkurrenz sein. Denn die Jump Scares, für die die Videospielreihe eigentlich bekannt ist, kommen hier gar nicht vor. Einen wirklich gruseligen Horrorfilm zu dem Thema würde ich mir auch noch anschen.

Fast 4 Sterne.