World War Z ★★★★

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Das wichtigste an einer Zombiefilm-Review ist es, gleich zu Beginn die Art der Zombies zu definieren. Wir wollen ja keine falschen Erwartungen schüren.

- Schnell, sehr schnell sogar.
- Anrgiffslustig mit den Zähnen.
- Strunzdumm, ohne jeden Selbsterhaltungstrieb.
- Treten gerne in großen Gruppen auf, die sich wie ein Ameisenschwarm verhalten.

Jetzt dürfen sich schon mal alle naserümpfend abweden, die immer noch den schlurfenden Madenköpfen von Lucio Fulci nachtrauern. Der Zettetste Weltkrieg findet gegen hysterisch heranstürmende Massen an Untoten statt, und entsprechend hoch angesetzt ist das Tempo des gesamten Films. Gänsehautatmosphäre kommt vielleicht kurz im letzten Drittel auf, davor wird atemlos alles abgefeiert, was zu einem Hollywood-Blockbuster dazu gehört: zerstörte Großstädte, Flugzeugabstürze, Militäroffensiven und die perfekte Familie, die beschützt werden muss.

Gespart wird zwar nicht bei den Angriffen, wohl aber beim Gorefaktor, denn auch wenn der Bodycount hoch angesetzt ist, sieht man erstaunlich wenig Blut. Dass ausgiebig in Eingeweiden gewühlt wird, wie das in den Zombiefilmen der Videothekenhinterzimmer üblich ist, kommt erst recht nicht vor. Ein zahmes FSK16 Label prangt zu Recht auf der DVD, und das wirkt auf Genreliebhaber wohl eher abschreckend.

Nun ist es aber so, dass das alles nicht überraschend kommt. Wer sich diesen Film ansieht, weiß, dass eine teure Hollywoodproduktion auf ihn zukommt. Erwartet mit Brad Pitt als Hauptdarsteller ernsthaft jemand den schmuddeligen Charme der Zombie-Kultklassiker? Und braucht das dieser Film überhaupt?

Mir hat World War Z gefallen. Das liegt zum einem am Tempo. Sicher haben atmosphärisch dichte Horrorfilme einen besonderen Reiz, aber mal ehrlich: Wie viele Low Budget Zombiefilme schaffen das? Kaum einer, da wird doch viel schöngeredet. Lieber dumm und kurzweilig als dumm und langweilig.
Und so dumm ist World War Z dabei gar nicht. Er macht die Suche nach einem Heilmittel zum Thema und nicht nur das bloße Überleben, wobei ich das Ende sogar halbwegs überraschend fand. Da gibt es genug schlimmere Beispiele für Handlungen in Zombiefilmen. Auch wenn ich mich immer noch frage, wieso die Zombies ausgerechnet zu dem Zeitpunkt die Mauer stürmen, als Brad eintrifft. Egal, so etwas muss man hinnehmen.
Und so klischeehaft der Hauptcharakter ist, so traut man ihm wegen seiner Ausbildung zumindest zu, dass er in diese Situation gerät und sich irgendwie durchkämpft.

Der größte Pluspunkt waren für mich aber ausgerechnet die Zombies. Damit wird nicht jeder übereinstimmen, aber ich bin davon wirklich begeistert! Wie infizierte Menschen auf einmal wie wilde Tiere aufspringen und angreifen, ohne sich um ihr eigenes Wohlergehen zu scheren, ist erschreckend gut umgesetzt und wirkt bedrohlich und verstörend. Gerade wenn sie mit dem Kopf voran gegen Glasscheiben rennen oder von Häusern springen. Und die Szenen, in denen Massen von ihnen übereinandertrampeln, und hohe Mauern erklimmen, sind natürlich auch beeindruckend. Es hat auf jeden Fall als Horrorelement seinen Reiz, Menschen so konsequent als rasende Bestien zu zeigen, die nur noch ihrem Instinkt zu fressen gehorchen. Und interessanterweise wirkt dadurch auch die Gewaltdarstellund heftiger, als ich erwartet hätte. Es fließt zwar kein Blut, aber durch das verstörende Verhalten der Zombies haben die Kämpfe auf mich intensiver gewirkt, als in vielen anderen Zombiefilmen. Hut ab dafür.

Also lasst euch von den Hollywoodklischees nicht abschrecken, World War Z bietet gute Zombieunterhaltung, wenn man sich mit dem Tempo anfreunden kann.